Todi - "Die lebenswerteste Stadt der Welt"

Die perfekte Stadt!?
Auf einem Hügel, hoch über dem mittleren Tibertal, liegt die Stadt an der Grenze zwischen umbrischem und etruskischem Siedlungsgebiet. Ein Adler, der heute noch das Stadtwappen ziert, soll Todi gegründet haben. Der ursprünglich etruskische Name „Tular" bedeutet Grenze. Etwa 340 v. Chr. wurde das heutige Todi von dem Römern erobert. Nach vielen historischen Wirren setzte zu Beginn des 14. Jahrhunderts der politische und wirtschaftliche Niedergang ein, der erst mit dem Besuch eines amerikanischen Professors aus Kentucky im Jahre 1991 sein Ende fand. Der Forscher Richard Levine war von Todi so beeindruckt, dass er sie kurzerhand zur perfekten und „lebenswertesten Stadt der Welt" erklärte und damit den Tourismusboom, der bis heute anhält, auslöste.

 todi_6.jpg  Todi_b.jpg
 Blick auf Todi  Auf der Piazza Popolo 
 
Das Herz der römisch geprägten Altstadt von Todi ist die Piazza del Popolo mit ihren umgebenden Symbolgebäuden, die das religiöse und städtische Leben der Tuditer im Mittelalter widerspiegeln. Parken innerhalb der Stadt ist schier unmöglich und man sollte auf einen der reichlich vorhandenen Parkplätze entlang der Stadtmauer zurückgreifen. Der etwas steile Aufstieg in die Altstadt ist zwar etwas schweißtreibend, aber alleine das wunderschöne Zentrum mit dem „Duomo Santa Maria" und den „Palazzi del Popolo", „dei Priori" sowie „del Capitano" entschädigt für die Anstrengung. Der Platz lädt zum genussvollen Verweilen ein. Ihre obere Schmalseite wird von der über einer hohen Freitreppe aufwachsenden Domfassade eingenommen, vis-à-vis bilden festgefügte Kommunalpalazzi das Gegengewicht städtischer Machtrepräsentation.

 Todi_0002.jpg  Todi_0003.jpg
 Gotischer Dom Santa Maria Assunta  Palazzo dei Priori 
 
Der Duomo S. Maria entstand im Wesentlichen im 13. Jahrhundert, doch ist die Fassade eigentlich nie richtig fertig geworden. Die drei Kommunalpaläste bilden ein interessantes Architekturensemble aus der Zeit, als Todi eine Stadtrepublik war. Der Ende des 13. Jh. errichtete Palazzo del Capitano, Sitz der Polizeibehörde, besticht durch die gotischen Prunkfenster im Piano Nobile. Eine Freitreppe führt hinauf zum benachbarten Palazzo del Popolo (Anfang 13. Jh.). Im Palast, ein wuchtiger Block von romanischer Strenge, tagte der Stadtrat. Der Ende des 13. Jh. entstandene Palazzo dei Priori, Sitz der jeweiligen Regierung, nimmt die Schmalseite des Platzes ein. Päpstliche Gouverneure setzten dem Palast im 16. Jh. Renaissancefenster ein. Über einen Serpentinenweg erreicht man in ca. 10 Min. das Wahrzeichen von Todi, die Renaissance-Kirche „S. Maria della Consoliazone". Sie gilt als Ideal der Renaissance: den perfekten Zentralbau, wie ihn Bramante und Michelangelo ursprünglich auch für den Petersdom vorgesehen hatten.

 todi_0004.jpg  todi_0006.jpg
 Dom Santa Maria Assunta  Blick ins Tal 

Der benachbarte Park der 1503 geschleiften päpstlichen Rocca bietet einen schönen Blick auf die Kuppel dieser Kirche. In der Oberstadt lassen sich noch weitere Entdeckungen machen. Über den Corso Cavour erreicht man die Via Roma und etwas weiter nördlich den hübschen Stadtbrunnen Fonte Scarnabecca von 1241. und wer den langen Weg durch die Via Cesia / Borgo Nuovo nicht scheut, wird am Ende eines der vier malerischen Stadttore, die Porta Perugina, fotografieren können.