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Orvieto - Die Felsstadt aus Tuffgestein |
Kunst und goldener Wein vom Feinsten, eine einzigartige landschaftliche
Lage und - Leben in und auf einem gewaltigen Fels aus Tuff. Orvieto
erstreckt sich auf einer riesigen Tuffknolle, die die Stadt
immer wieder vor Eroberungen geschützt und zugleich das Baumaterial für
seine ebenfalls goldgelben Häuser geliefert hat. Die "alte Stadt", Urbs
Vetus, wurde Orvieto zu Zeiten der Römer genannt. Historiker vermuten
im heutigen Orvieto den Ursprung der etruskischen Stadt Velzna, die 264
v. Chr. von den Römern erobert worden ist. Sie töteten die Adligen und
siedelten den Rest der Bevölkerung in dem 13 km entfernten Bolsena an.
Im Mittelalter galt Orvieto als eines der politischen Zentren Italiens.
Die Päpste, vom selbstbewussten römischen Stadtadel nur widerwillig in
der Heiligen Stadt geduldet, schätzten Orvieto als sichere Residenz.
Berühmt ist die Flucht des Medici-Papstes Clemens VII. 1527, der sich
hier vor den Rom plündernden deutschen Landsknechten verschanzte und im
selben Jahr den Trinkwasserbrunnen „Pozzo di San Patrizio" (ein
spiralförmig angelegter, fast 60 m tiefer Brunnen),bohren ließ, um die
Bevölkerung mit Wasser versorgen zu können.
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Weitgehend verkehrsberuhigt, ist Orvieto eine Stadt zum Spazierengehen
und Entdecken: Die fantastische Kulisse des golden funkelnden Doms mit
den frisch restaurierten packenden Weltgerichtsfresken Luca
Signorellis, Panoramablicke in die Rebhügel und Ölberge, spannende
Ausflüge in die Brunnen und Grotten der Unterwelt. Dazwischen
erstklassige Restaurants und Shoppingmöglichkeiten vom handgeschnitzten
Pinocchio bis zur glasierten Renaissance-Majolika. Die Altstadt ist ein
einziges Schmuckkästchen voll geschichsträchtiger Bauten. Ein Beispiel
hierfür ist der Dom, der schon von weitem zu sehen und das wichtigste
Gebäude der Stadt ist. Der „Duomo S. Maria Assunta", dessen Fassade in
farbigen Mosaiken funkelt, verdankt seine Gründung und seine prunkvolle
Ausstattung dem Messwunder von Bolsena. Denn das Corporale, das mit
Christusblut befleckte Meßtuch, wird in einer Kapelle des Doms
ausgestellt. Die Stadt selbst ist lebendige Geschichte, in der sich
Spuren aus allen Epochen von drei Jahrtausenden finden. Umschlossen
wird sie von zwei Stadttoren: die Porta Soliana - durch die der Papst
Bonifatius VIII hineinkam - und die Porta Maggiore, durch die der Papst
die Stadt wieder verlies. Wer heute in das Zentrum zur „Piazza
Repubblica" hinauf will, parkt sein Auto am Bahnhof in der Unterstadt
und fährt mit der modernen Standseilbahn in die Oberstadt, wo
regelmäßig Minishuttle-Busse verkehren. Oben angekommen, durchstreift
der interessierte Besucher die typischen engen Gassen und bestaunt die
gut erhaltenen mittelalterlichen Gebäude, Paläste, Kirchen und Klöster
und findet daneben klassische Fassaden und moderne Architektur aus den
Anfängen des 19. Jahrhunderts. Die schmale Via Maitani führt vom
Domplatz in die Altstadt. Wer originalgetreue hochwertige Nachbildungen
etruskischer Bucchero-Vasen erwerben will, wird hier fündig. Über Via
di Alberici und Via Garibaldi erreicht man die Ripa Medici, einen der
schönsten Spazierwege entlang der Felskante. Nur wenige Meter weiter
gelangt man schließlich zur Porta Maggiore, eine wuchtige Schneise im
Tuffmassiv, die nicht nur für Fotografen eine Augenweide ist.
Der Corso Cavour mit seinen kleinen Lebensmittelläden und Bars ist der
beliebteste Treffpunkt der Orvietaner. Von der Torre del Moro, einem
mittelalterlichen Geschlechterturm mit schönem Ausblick über Orvieto
und das Umland, geht es links zur Piazza del Popolo, auf der
samstagvormittags ein uriger Bauernmarkt stattfindet. Der 1157
begonnene Palazzo del Popolo mit seiner hohen Freitreppe und dem für
Orvieto typischen Schachbrettmuster aus Tuffwürfeln, gehört zu den
stolzesten Bauten Umbriens. Im Inneren ist heute ein modernes
Kongreßzentrum untergebracht. Die Piazza bietet außerdem einen
Porchettastand, an dem man sich mit kaltem gewürztem Spanferkel stärken
kann.
Die etruskische Vergangenheit Orvietos erzählt von der Großartigkeit
dieses Volkes und seiner blühenden und fortgeschrittenen Zivilisation.
Bekannt ist vor allem das Gebiet um Orvieto als Weinbaugebiet. Im
Umland von Orvieto bearbeiten 1.480 Winzer rund 2.853 ha zugelassene
Rebfläche. Der Wein, der hier in Edelstahltanks in den Weinkellern
reift und jung getrunken werden soll, genießt unter dem Namen „Orvieto
Classico" weltweiten Ruhm. Er kommt aus dem Kerngebiet der Region mit
der nachweislich höchsten potentiellen Qualität. |
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