Perugia - Mittelalterliche Kirchen und Paläste

Auf einem markanten Hügel, 493 m ü.d.M., liegt Perugia, die Hauptstadt der Region Umbrien. Einst von den Etruskern gegründet, zeigt sich Perugia heute als pulsierende Metropole, in der Antike und Moderne eine harmonische Einheit bilden. Rund 162.000 Menschen bietet die historisch lebendig gebliebene Universitätsstadt heute eine Heimat. Neben Einheimischen leben hier auch viele ausländische Studenten, die die ehrwürdige „Università per Stranieri" (Ausländeruniversität) im Palazzo Gallenge - dem einzigen Barockgebäude der Stadt - besuchen, um hier zum Studium der italienischen Sprache und der Landeskultur zusammen zu kommen.
Herzstück Perugias ist die auf einem Berg liegende Altstadt. Von einem Großparkplatz aus am Fuße der unteren Stadtteile gelangt man mit dem Scala Mobile durch dunkle mittelalterliche Gewölbe über die „Rocca Paolina" und den Arco Etrusco hinein ins historische Zentrum. Von einer kleinen Parkanlage aus, fernab vom Verkehrslärm, hat man einen traumhaften Rundblick auf die Landschaft des Valle Umbra. Rund um den zentralen Platz der Altstadt, dem Piazza IV. Novembre, erwarten den Besucher viele enge, malerische Gassen und Kulturdenkmäler. So z.B. der mittelalterliche „Fontana Maggiore", der den Einwohnern Perugias als schönster Brunnen der Welt gilt, oder der „Palazzo dei Priori" mit seiner außergewöhnlichen Außentreppe, ehemals Wohnsitz der größten politischen Autoritäten im Mittelalter. Heute dient es als Rathaus und beherbergt die Nationalgalerie Umbriens. Ihm gegenüber befindet sich der „Duomo San Lorenzo", auf dessen Stufen sich in den Sommermonaten allabendlich die Studenten aus aller Welt versammeln. Nicht zu vergessen der Corso Vanucci, die Flaniermeile mit vielen kleinen Bars, Restaurants und Geschäften.
Zu den interessantesten Sehenswürdigkeiten gehören die „Rocca Paolina" und das „Oratorium San Bernadino". Die Rocca Paolina ist ein Stadtviertel aus dem 13. Jahrhundert, in dem die Peruginer gegen den Kirchenstaat 1540 die Waffen zum Widerstand gegen die Einführung der Salzsteuer erhoben haben. Papst Paolo III ließ den Aufstand niederschlagen und auf den Ruinen des antiken Stadtviertels und Sitz der Familie Baglioni die Rocca Paolina erbauen. Doch dieses Zeichen päpstlicher Macht wurde 1860 dann endgültig zerstört.
Unter den Überresten dieser antiken Festung kann man heute die Via Baglioni durchqueren und eine faszinierende Reise ins Mittelalter unternehmen. Das Oratorium San Bernadino wurde 1450 zu Ehren des franziskanischen Predigers aus Siena erbaut und gilt heute als Meisterwerk der Renaissance-Architektur.