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Von Etruskern und Römern, Heiligen und Päpsten |
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Umbrien - gewachsene Tradition und lebendige Geschichte
Umbrien hat eine bewegte Geschichte, deren Wurzeln bis in das
12.Jahrhundert v. Chr. reichen. In dem Gebiet zwischen Etrurien und der
Adriaküste siedelten zu dieser Zeit die "Umbrer", die vom Norden her
über die Alpen nach Italien eingewandert waren. Unter der Herrschaft
des etruskischen Königs Diokletian wurde diese Region mit Etrurien im
6. Jahrhundert v. Chr. zu „Umbria", dem heutigen Umbrien vereinigt. Der
Einfluss der Etrusker, die diese Region gemeinsam mit den Umbrern fast
300 Jahre besiedelten, bis sie um 300 v. Chr. unter die Herrschaft Roms
gestellt worden sind, ist heute noch in vielen Städten, Dörfern und
Landzügen Umbriens gegenwärtig.
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Im 400 n.Chr. bildet sich in Umbrien ein Zwölfstädtebund, dem damals schon
die Städte Assisi, Gubbio und Perugia angehörten. Zur selben Zeit wird
Umbrien von den Ostgoten erobert und um 476 n. Chr. wird auch der
letzte römische Kaiser Romulus Augustulus abgesetzt. Nach dem Ende des
weströmischen Reiches fiel Umbrien unter die Herrschaft von Odoaker,
Sohn eines Fürsten, der im Dienste des Hunnenkönigs Attila stand. Er
war es, der nach der großen Völkerwanderung in Italien und des
Eindringens der Hunnen und Germanen in das römische Imperium, eine
Militärherrschaft errichtete. Diese dauerte bis zu Beginn um 500 n.
Chr. an, bis die Region Umbrien nur wenig später von Byzanz - der durch
den römischen Kaiser Konstantin dem Großen erbauten Hauptstadt des
oströmischen Reiches - erobert und keine 20 Jahre später an die
Langobarden verloren wird. Unter ihrem König Alboin eroberten sie große
Teile Italiens vom Norden ausgehend - darunter auch weite Teile
Umbriens.
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Fast zwei Jahrhunderte später wird Umbrien zu einem Kirchenstaat. Carolus
Magnus, besser bekannt als Karl der Große, König der Franken, übergibt
Umbrien zusammen mit Latium 755 n. Chr. als Lehen an den Papst. Zwanzig
Jahre später erobert Karl der Große Umbrien und erhebt sich ohne
Wahlakt zum König der Langobarden. Italien wird zum Königreich und
Umbrien ist als Kirchenstaat Teil dieses Königreiches. Wenig später
lässt sich Karl der Große von Papst Stephan III zum römischen Kaiser
krönen. Kurz vor Beginn des 10 Jahrhunderts n. Chr. kommt Umbrien in
deutsche Hand. Otto I., Herzog der Sachsen, König des Ostfrankenreichs
und von Papst Johannes XII. zum römischen Kaiser gekrönt, gibt den
Kirchenstaat Umbrien in das deutsche Königreich.
Die
Kirche und das religiöse Leben haben Umbrien nachhaltig geprägt. Unter
vielen Wirren, nicht zuletzt durch den Italienfeldzug Napoleons, wurde
um den Erhalt des Kirchenstaates gekämpft. Das außergewöhnlich
menschliche und religiöse Leben des heiligen Franziskus von Assisi,
geboren 1181 und Schutzheiliger Italiens, bilden den neuralgischen
Knoten der regionalen Geschichte. Seit 1815 ist Umbrien durch den
Wiener Kongress endgültig wieder zum Kirchenstaat geworden. Umbrien
wurde auf einen Schlag international bekannt, seit es begonnen hat, die
Geschichte des Heiligen von Assisi, die in der Basilica San Francesco,
seit 2000 Weltkulturerbe der UNESCO, eindrucksvoll zu sehen ist, der
Welt zu erzählen.
Seit 1947 ist Umbrien eine eigene Verwaltungseinheit. Auf 8.500 qkm
leben rund 866.000 Menschen etwa 100 pro qkm. Die Region besteht aus
den Provinzen Perugia und Terni. |
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